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Datum
31.07.2020

E-Bike statt Urlaub: So sind Sie sicher unterwegs

Im Sommer 2020 wird so viel geradelt wie noch nie zuvor. Die Corona-Krise hat der Fahrrad-Branche zu ungeahntem Aufschwung verholfen. Wissenswertes zu Versicherung und Diebstahlschutz.

E-Bike statt Urlaub: So sind Sie sicher unterwegs
(GettyImages/Andrey Popov)

Das Geschäft mit Fahrrädern boomt – trotz oder gerade wegen Corona. Der Mai 2020 war laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) der stärkste Monat, den die Branche je erlebt hat. Viele Händler haben ihre vorübergehenden Einbußen des Lockdowns bereits mehr als eingeholt. Die Nachfrage wird nicht nur durch den verstärkten Bewegungsdrang nach dem Lockdown angekurbelt. Laut dem Branchenportal „Pressedienst Fahrrad“ schwenken viele Reisewillige in diesem Jahr von einer Auslands- auf eine heimische Radreise um. Und dafür brauchen sie die passende Ausstattung.

Hinzu kommt: Fast jeder dritte Verbraucher will einer Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK zufolge die Senkung der Mehrwertsteuer für eine Neuanschaffung nutzen. Und das kann sich bei hochpreisigen Rädern und E-Bikes richtig lohnen: So lassen sich etwa bei der Anschaffung eines 4.000-Euro-E-Bikes dank der Reduzierung zum 1. Juli gut 100 Euro einsparen.

Welchen Versicherungsschutz braucht mein Rad?

Je teurer das Zweirad, desto besser sollten sich Besitzer gegen Verlust oder Schäden, etwa durch Unfälle, absichern. Gerade bei elektrischen Zweirädern ist die Frage des Versicherungsschutzes etwas komplexer. Denn nicht bei jeder Art der Motorisierung greift die normale Haftpflichtversicherung.

  • E-Bikes: Die Motoren von E-Bikes leisten zwischen 500 und 4.000 Watt und können sogar komplett motorgetrieben gefahren werden. Strampeln ist dann gar nicht mehr nötig. Rein rechtlich gelten diese Räder als Kleinkraftrad und brauchen eine Betriebserlaubnis und eine gesonderte Versicherung inkl. Versicherungskennzeichen.
  • Pedelecs: Mit dem Pedelec muss der Fahrer weiter in die Pedale treten, wird aber von einem 250 Watt starken Motor unterstützt. Dieser schaltet sich ab, wenn 25 km/h erreicht sind. Unfälle mit Pedelecs sind in der Regel über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Ausnahme: Wenn das Rad über eine Anfahrhilfe verfügt, müssen Versicherungsverträge geprüft werden. In manchen sind diese Räder ausdrücklich vom Schutz ausgenommen.
  • S-Pedelecs: Ähnlich wie beim E-Bike unterstützen S-Pedelecs mit einer größeren Leistung und müssen daher extra versichert werden. Eine Betriebserlaubnis, eine gesonderte Versicherung und ein Versicherungskennzeichen sind Pflicht.

Deckt die Hausratversicherung auch den Diebstahl eines E-Bikes ab?

Grundsätzlich können Fahrräder oder Pedelecs bis 25 km/h über die Hausratversicherung abgedeckt werden, dabei sollte man aber auf den Wert des Rades achten und ggf. die Versicherungssumme anpassen. Bei besonders hochpreisigen Rädern kann sich auch eine gesonderte Fahrradversicherung rentieren. Diese deckt je nach Police auch Reparaturkosten und Leistungen nach einem Unfall ab.

S-Pedelecs und E-Bikes hingegen unterliegen der Versicherungspflicht, weshalb diese eine Betriebserlaubnis, ein amtliches Kennzeichen und eine eigene Kfz-Versicherung brauchen. Ist ein Versicherungsschutz gegen Diebstahl gewünscht, brauchen die jeweiligen Fahrzeuge (analog eines PKW) eine Teil- bzw. Vollkaskoversicherung.

Wie kann ich mein neues Rad zusätzlich schützen?

Alleine 155.000 versicherte Fahrräder wurden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr gestohlen, besonders beliebt waren dabei teure Modelle: 720 Euro zahlten Versicherer durchschnittlich pro gestohlenem Fahrrad an die Versicherten aus – und damit 75 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Übrigens: Die Städte mit den meisten Fahrraddiebstählen pro Einwohner waren laut Bundeskriminalamt im Jahr 2019 Leipzig, Göttingen und Münster.

Fahrraddiebstähle in Deutschland

Eine gute Versicherung deckt zwar den wirtschaftlichen Schaden ab, nicht aber den Aufwand, ein neues Rad zu kaufen. Daher sollte man sein Rad zusätzlich vor Diebstahl schützen.

Wir geben Tipps:

  1. Ein gutes, sicheres Fahrradschloss: Den besten Diebstahlschutz bieten stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser. Sie sind nicht nur schwer zu knacken, sondern schrecken mögliche Fahrraddiebe auch direkt ab. Beim Kauf sollte auf die Qualität geachtet werden. Ein gutes Schloss sollte zertifiziert und mit einem massiven Schließsystem aus hochwertigem Material gefertigt sein. Außerdem muss es lang genug sein.
  2. Immer anketten, nicht nur abschließen: Räder sollten immer an einem festen Fahrradständer oder einem fest verankerten Gegenstand, wie einer Straßenlaterne, angeschlossen werden. Es reicht nicht, nur das Vor- oder Hinterrad zu sichern, weil diese leicht abmontiert werden können.
  3. GPS-Tracking nutzen: Wer sich ein teures Pedelec kauft, kann dieses durch einen Fahrraddiebstahlschutz via GPS-Tracking absichern. Dafür wird ein Sender versteckt am Rad angebracht. Wird das Rad gestohlen, sendet dieser einen Alarm und den aktuellen Standort an das Smartphone des Besitzers.
  4. Akku mitnehmen: Beliebt bei Fahrraddieben sind nicht nur die Bikes selbst, sondern auch Zubehörteile wie der Akku. Zwar sind diese oft schon mit speziellen Schlössern ausgestattet, sie reichen aber nicht, um einen Diebstahl zu verhindern. Daher sollten Akkus immer mitgenommen werden, wenn das Pedelec abgeschlossen wird.
  5. Profitipp: Auch mit guten Schlössern besteht die Gefahr, dass das Rad gestohlen wird. Schlösser sollten möglichst weit über dem Boden ans Rad geschlossen werden, damit Diebe den Bolzenschneider nicht auf dem Boden absetzen können, um das Schloss mit Hilfe ihres Körpergewichts zu knacken.

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